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Teil 1: 1919 - 1945




Teil 1: 1919 - 1945

Beitragvon Ingo » So 6. Sep 2009, 19:48

In wenigen Jahren feiert unser Verein stolze 100 Jahre Fußball in Großräschen. Grund genug also, die wechselhafte Geschichte des Großräschener Fußballs einmal etwas genauer vorzustellen. Auf dieser Seite finden Sie einen historischen Abriss von den Anfängen 1919 bis zur heutigen Gegenwart. Unter dem Menüpunkt „Archiv“ sind dann Abschlusstabellen sowie die bisher eruierten Ergebnisse einer jeden Saison aufgelistet.


Vorwort:

Nachdem der Fußballsport zu Beginn des 20. Jahrhunderts zuerst in den Großstädten und Ballungszentren boomte, trat dieser nach Beendigung des 1. Weltkrieges auch in den ländlichen Gebieten einen ungeahnten Siegeszug an. Überall schossen neue Fußballvereine wie Pilze aus dem Boden. Viele diese neuen Vereine aus der Niederlausitz wurden im „Südostdeutschen Fußballverband“ organisiert, der bereits seit 1906 bestand und einer von sieben Landesverbänden im „Deutschen Fußball-Bund war“. Zwar gehörte die Niederlausitz geografisch gesehen zu großen Teilen zu Brandenburg, sportpolitisch wurde diese Region jedoch vom DFB, dem „Südostdeutschen Fußballverband“ zugeschlagen. So erstreckte sich das Gebiet des „Südostdeutschen Fußballverbandes“ von der Niederlausitz bis weit nach Oberschlesien, mit den Bezirksverbänden von Ober-, Mittel- und Niederschlesien, der Ober- und Niederlausitz sowie Posen. Der Bezirksverband Posen wechselte jedoch 1920 aufgrund des Versailler Vertrages (Gebietsabtretungen des Deutschen Reiches) nach Polen und schied somit aus dem „Südostdeutschen Fußballverband“ aus.
Sportlich gesehen wurde auch damals schon ein Deutscher Fußball-Meister ausgespielt, nur gab es da noch längst keine überregionale „Bundesliga“ im heutigen Sinne, sondern die sieben Landesverbände ermittelten jeweils ihren „Verbandsmeister“ (abweichend auch manchmal noch einen zweiten oder sogar dritten Vertreter), der (die) dann im K.o.-System mit den anderen Landesverbands-Vertretern den Deutschen Fußball-Meister ausspielten. Die Ermittlung dieser „Verbandsmeister“ bzw. weiterer Vertreter lag ganz in der Hand der jeweiligen Landesverbände.
Und noch ein entscheidender Punkt ist wichtig, um diese frühere Fußballhistorie verstehen zu können. Alle oben angeführten Informationen beziehen sich auf den bürgerlichen Deutschen Fußball-Bund (DFB). Dieser war damals aber nicht der einzigste Verband, der eine Fußballmeisterschaft ausspielte. Neben dem DFB führten auch der sogenannte „Arbeitersport“ (ATSB-, ASV-Vereine usw.), die Turner (TuB-, TV-Vereine usw.), die Kirchen (DJK-Vereine) und ab 1930, infolge einer Abspaltung vom „Arbeitersport“, der „Rotsport“ (kommunistisch geprägte Vereine) eigene Meisterschaften aus. Erst mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurden diese Verbände aufgelöst und in den DFB eingegliedert.
Dieses kleine Vorwort sollte nun genügen, um einen kurzen Einblick in das damalige Sportgeschehen zu geben, damit man einige, spätere Textpassagen evtl. besser verstehen bzw. nachvollziehen kann.


1919 – 1945:


Im Jahre 1919 kam es gleich zu zwei Vereinsgründungen in Großräschen. Auf der einen Seite der FC Alemannia, der die Statuten des DFB anerkannte und somit die Mitgliedschaft im bürgerlichen „Südostdeutschen Fußball-Verband“ erhielt und auf der anderen Seite der SC Vorwärts, der der Arbeitersportbewegung beitrat. Leider erschienen zur letztgenannten Bewegung kaum Zeitungsartikel o.ä., so dass über den SC Vorwärts bis jetzt keine Informationen weiter vorliegen. So beschränken sich die wenigen bis jetzt eruierten Informationen auf den FC Alemannia Großräschen.
Dieser wurde nach seiner Gründung auch gleich in die 1. Kreisklasse Senftenberg eingegliedert, wo man fünf Jahre lang die eigenen Kräfte bündeln- und so ein gewisses spielerischen Niveau erlangen konnte. Zum Ende der Saison 1923/24 krönte man diese Bemühungen mit der ersten Fußball-Meisterschaft. Extra zu diesem Anlass erschien am 19.7.1924 eine Festzeitung für die Meisterfeier im Restaurant „Karl Huber“ (dem heutigen Kurmärker).

Bild


In dieser Festzeitschrift findet man auch die Komposition des Alemannia-Liedes:

„UNSER FUßBALL-LIED“
(nach der Melodie von: „Strömt herbei, ihr Völkerscharen“)

1. Strophe:
Wie der Aar mit kühnen Schwüngen
Auf zu Wolkenhöhen zieht
Steig empor mit mächt’gem Klingen
Stolz und frei mein Bundeslied.
Töne weithin durch die Lande
Töne über Feld und Ort
/: Wie im blühenden Verbande
Prachtvoll steht der Fußballsport. :/


2. Strophe:
Unsrer Väter freies Denken
Ihre alte wilde Kraft
Soll’n auch unsre Schritte lenken
Sind in uns noch nicht erschafft.
Was sie mannhaft einst erkoren
Was zu Helden sie gemacht
/: Ist im Spiel uns neu geboren
Ahnen kräftig aufgewacht. :/


3. Strophe:
Haben wir im wüst’gen Ringen
Uns dann alle müd gemacht
Wird bei heilem Becherklingen
Froh gescherzt und froh gelacht.
Nicht allein beim kecken Wagen
Unsres Spieles sind wir da
/: Auch bei fröhlichen Gelagen
Schallt es laut „hipp hipp hurra!“ :/


4. Strophe:
Und dann tönen unsre Lieder
Frei aus jugendlicher Brust
In den Lüften hallt es wieder
Rauscht wie alte Bardenlust.
Lassen manchen Sang erklingen
Sitzen wir beim Becher da
/: Doch am liebsten alle singen
Wenn es heißt „hipp hipp hurra!“ :/


5. Strophe:
Ich und Du, kannst Du beglücken
Nimm, wenn Du mal süß bedacht
Grüß mein Lieb mit holden Blicken
Spiel als wenn der Frühling lacht.
Doch will mir den Kuss versagen
Eine Maid, die Ich ersah
/: Nahm Ich ihn ohn’ lang zu fragen
Nur auf kühn „Kuss zu hurra!“ :/


6. Strophe:
Ja so freun wir uns beim Spiele
Bei der Lieb, beim Sang, beim Wein
Doch noch einem hohen Ziele
Woll’n auch unsre Kraft wir weih’n.
Vaterland, sieh, deine Farben
Führen stolz wir immerdar
/: Herz wie soll’s bei Blut und Narben
Brausen stets „hipp hipp hurra!“ :/


7. Strophe:
Und nun Brüder, fest umschlungen
Stehet wie der Fels im Meer
Heil für unsrem Bund gesungen
Dass er wanke nimmermehr.
Mög er dauernd sich verschönen
Wachsen, blühen immerdar
/: Mög er allzeit laut ertönen
F.C.A. “hipp hipp hurra!!” :/



Auch in der neuen, rauheren Umgebung konnte der FC Alemannia mithalten, denn souverän wurde der Klassenerhalt geschafft.
Ein Merkmal der damaligen Zeit waren die ständigen Umstrukturierungen der Spielklassen. Löste man zur Saison 1922/23 die Bezirksliga Niederlausitz als überregionale, höchste Spielklasse auf und unterteilte stattdessen den Bezirk Niederlausitz in die drei Gauligen Forst, Cottbus und Senftenberg, so folgte beim außerordentlichen Bezirkstag am 29.8.1925 der „Rückzieher“ und damit einhergehend die Wiedereinführung der Bezirksliga Niederlausitz als höchste regionale Spielklasse.
Somit spielte der FC Alemannia in der Saison 1925/26 wieder in der nunmehr zweitklassigen Gauliga Senftenberg. In der nur aus sechs Mannschaften (VfB Senftenberg 1910, VfB Klettwitz 1913, SVgg Eintracht Welzow, FC Alemannia Großräschen, BV Zschipkau, FC Viktoria 1911 Kostebrau) umfassenden Meisterschaft konnte erneut der Klassenerhalt erreicht werden.

Bild
Spielformular vom Punktspiel FC Alemannia Großräschen - VfB Klettwitz 1913 (2:2) vom 27.9.1925


Auch in den Meisterschaftsserien 1926/27 bis 1930/31 landete der FC Alemannia stets im Mittelfeld der Tabelle und konnte sich so im erlauchten Kreis der regionalen Senftenberger Fußballvereine etablieren.

Bild
Der FC Alemannia in den 20er Jahren


Zur Saison 1931/32 erfolgte eine erneute Umbenennung der beiden oberen Spielklassen. So wurde aus der Bezirksliga Niederlausitz die A-Klasse und die regionalen Gauligen hießen zukünftig B-Klassen.
Neue Bezeichnungen - gleiche Wirkung, so könnte man die beiden folgenden Meisterschaften 1931/32 und 1932/33 bezeichnen. Erneut landete Alemannia im gesicherten Mittelfeld. Allerdings sollte sich der hervorragende dritte Abschlussrang in der Saison 1932/33 noch als goldwert erweisen, denn mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Januar 1933 traten auch im Fußball gravierende sportpolitische Änderungen ein.
Ingo
 
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von Anzeige » So 6. Sep 2009, 19:48

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Re: Teil 1: 1919 - 1945

Beitragvon Ingo » So 6. Sep 2009, 19:51

Durch eine Gebietsreform wurden die bis dahin geltenden Länderbezeichnungen abgeschafft und durch Gaue ersetzt. Die Niederlausitz, vorher im „Südostdeutschen Fußball-Verband“ organisiert, gelangte so zum Gau III – Berlin/Brandenburg. Die Fußballstruktur dieses Gaues sah eine eingleisige Gauliga (i.d.R. durch die bekannten Berliner Fußballgrößen wie Hertha BSC, Tennis-Borussia, Blau-Weiß 90 usw. besetzt) vor. Als Unterbezirke wurden Potsdam/Berlin (Unterbezirk I) und Frankfurt (Oder)/Lausitz (Unterbezirk II) geschaffen, die jeweils eigene Bezirksklassen bildeten. Die darunter folgenden Ligen erhielten die Bezeichnungen Kreisklassen (z.B. 1. Kreisklasse; 2. Kreisklasse, Abteilung... usw.).
Durch die oben erwähnte gute Abschlussplatzierung zum Ende der Saison 1932/33 wurde der FC Alemannia Großräschen in die Bezirksklasse Frankfurt (Oder)/Lausitz, Gruppe Süd eingegliedert. Alemannia lief in dieser Spielzeit zur Höchstform auf und landete am Ende punktgleich, allerdings mit dem etwas schlechteren Torverhältnis, gegenüber dem 1. FC 1901 Forst auf dem zweiten Rang. Da damals jedoch das Torverhältnis nicht ausschlaggebend war, fand ein Entscheidungsspiel um die Bezirksklassen-Meisterschaft statt. In Forst hatte Alemannia dann allerdings keine Chance und musste den Forstern mit 1:4 die Bezirksmeisterschaft überlassen.
Nach dem allgemeinen Sommerspielverbot begann die neue Spielzeit in zwei neu strukturierten Staffeln, welche durch die sich weiterhin enorm entwickelnde Breite von Fußballvereinen in den Lausitzer Klassen und durch die Eingliederung der Kreise Hoyerswerda und Weißwasser in den Gau III – Berlin/Brandenburg erforderlich wurden. Für den FC Alemannia bedeutete die Saison 1934/35 den berühmten „Tanz auf der Rasierklinge“. Nichts erinnerte mehr an den großartigen Erfolg des Vorjahres. Am Ende konnte mit den drittletzten Platz in der Bezirksklasse Westlausitz gerade noch so der Klassenerhalt erreicht werden. Dies sollte sich nun zur neuen Serie 1935/36 nicht wiederholen. Von Beginn an ging Alemannia engagiert in die Meisterschaft und wurde zum Abschluss hinter dem SV Hoyerswerda 1919 und dem SV Sturm Grube Marga hervorragender Dritter.
Für die Saison 1935/36 wurde erstmals in der deutschen Fußballgeschichte ein reichsweiter Pokalwettbewerb durchgeführt, der in Anlehnung an den damaligen Reichskommissar, Hans von Tschammer und Osten, im Volksmund einfach nur „Tschammer-Pokal“ hieß und im Prinzip als Vorgänger des heutigen DFB-Pokal angesehen werden muss. Dieser Wettbewerb wurde in einem Drei-Stufen-System in Abhängigkeit der Klassenzugehörigkeiten ausgetragen. So traten zum „Tschammer-Pokal“ 1935/36 insgesamt 4112 Kreisklassen-Mannschaften in den Vorrunden an. Die qualifizierten Vereine spielten danach mit den 1016 Bezirksklassen-Mannschaften die Zwischenrunden aus, ehe dann die qualifizierten Teilnehmer mit den 150 gesetzten Gauliga-Mannschaften den Pokalwettbewerb mit der 1. Hauptrunde fortsetzten. Der FC Alemannia konnte sich hier bis zur 3. Zwischenrunde durchkämpfen, ehe am 5.4.1936 beim SV Nowawes 03 (dem heutigen SV Babelsberg 03) mit 1:3 der Pokal-K.o. kam.
Aufgrund der territorialen Lage von Großräschen wurde der FC Alemannia zur neuen Spielzeit 1936/37 in die bedeutend spielstärkere Bezirksklasse Ostlausitz umgruppiert. Hier half nun auch aller Kampfgeist nicht mehr. Am Ende fehlten zwei Punkte zum unmittelbaren Konkurrenten, dem FC Askania 1901 Forst, und gemeinsam mit der SVgg 1924 Annahütte und dem SC Spremberg 1896 musste der bittere Gang in die 1. Kreisklasse Senftenberg angetreten werden. Auch im „Tschammer-Pokal“ kam diesmal bereits in der ersten Runde das aus. Gegen den Bückgener Ortsnachbarn vom FC Ilse 1930 quittierte man über eine bittere 1:2-Heimniederlage und schied somit aus.
Für die kommende Meisterschaft in der 1. Kreisklasse Senftenberg zählte nur der sofortige Wiederaufstieg. Leider konnte dieser nicht realisiert werden. Im Gegenteil, die Negativentwicklung beim FC Alemannia ging weiter. In der Saison 1938/39 stand Alemannia erneut auf einem Abstiegsplatz und der Gang in die 2. Kreisklasse schien unabwendbar. Da rettete eine wieder mal geplante Strukturreform den Großräschener Fußball vor der totalen Bedeutungslosigkeit. Der Plan sah vor, zur Saison 1939/40 eine überregionale Kreisklasse Westlausitz mit Vertretern der Kreise Senftenberg, Cottbus und Luckau zu bilden. Somit hätte es keine Absteiger 1938/39 gegeben. Dieses Vorhaben wurde aber in der Sommerpause wieder verworfen, da gleich fünf Mannschaften aus dem Territorium der Westlausitz aus der Bezirksklasse abstiegen. Der nächste Vorschlag beinhaltete dann die Aufteilung dieser neuen überregionalen Kreisklasse in die Gruppen A und B. Allerdings machte der sich anbahnende Beginn des zweiten Weltkrieges (1.9.1939) auch diesen Bestrebungen einen Strich durch die Rechnung. Am 10.9.1939 sollten die Meisterschaftsspiele in den jeweiligen Klassen beginnen, eine Woche später wurden sämtliche Punktspiele bis auf weiteres abgesagt (Kriegsbeginn 1.9.1939). Als Übergangslösung für den fehlenden Spielbetrieb beschloss man nun eine Pokalrunde um den sogenannten „Westlausitzpokal“ auszuspielen, der zunächst in mehreren lokalen Gruppen als einfache Punktspielrunde ausgetragen wurde. In der Gruppe Senftenberg eingegliedert, waren die teilweise höherklassigen Gegner eine Nummer zu groß, so dass der FC Alemannia um den Gruppensieg keine Rolle spielte. Am 16.12.1939 tagten in Cottbus die Verantwortlichen vom Fachamt Fußball, um über die Modalitäten einer Kriegsmeisterschaft zu beraten. Als Ergebnis sollten die Meisterschaftsspiele der Westlausitz auf Kreisklassenbasis in den Gruppen Cottbus, Spremberg, Petershain, Senftenberg und Finsterwalde ausgetragen werden. Bedingt durch die vorangegangene Pokalspielrunde fiel der Start zur ersten Kriegsmeisterschaft 1939/40 allerdings erst in den verschneiten Januar 1940. Ähnlich wie bei der vorhergehenden Pokalrunde hatte der FC Alemannia auch hier in der Gruppe Senftenberg keine Chance zum Gruppensieg. Diesen holte sich am Ende der SV Sturm Grube Marga.
Am 29.9.1940 begann die zweite Kriegsmeisterschaft in der Westlausitz. Auch in dieser Saison wurde wieder in den lokalen Gruppen Cottbus, Spremberg, Petershain, Senftenberg und Finsterwalde um Meisterschaftspunkte gekämpft. Dabei konnte in der Gruppe Senftenberg der SV Sturm Grube Marga seinen Titel erfolgreich verteidigen und verwies die lokale Konkurrenz, darunter auch den FC Alemannia, erneut in die Schranken. Im Sommer 1941 hob man das allgemeine Sommerspielverbot auf und es fanden erstmals, wahrscheinlich zur Ablenkung der Zivilbevölkerung vom Kriegsgeschehen, die Spiele um den Pokal des Oberbürgermeisters von Cottbus, dem sogenannten „Ehrenschild der Stadt Cottbus“, statt. Dabei wurden die Mannschaften der Westlausitz analog den Gruppen der Meisterschaft, allerdings unterteilt in 11 Staffeln, eingeteilt (Gruppen Cottbus und Senftenberg je 3 Staffeln, Gruppe Spremberg und Finsterwalde je 2 Staffeln, Gruppe Petershain je 1 Staffel). Der FC Alemannia spielte in der Gruppe 8 wieder gegen die Übermannschaft der damaligen Zeit, dem SV Sturm Grube Marga, sowie gegen den SV Schwarzheide-West und dem FC Viktoria 1911 Kostebrau. Am Ende behielt wieder der große Favorit die Oberhand und verwies die anderen drei Mannschaften auf die Plätze.
Der fortdauernde Krieg beeinträchtigte nun zusehendst die Abläufe in den Meisterschaften und den Pokalwettbewerben. So wurde in der Westlausitz in der Saison 1941/42 nur noch in vier Gruppen (Cottbus, Spremberg, Senftenberg und Finsterwalde) gespielt. In der Gruppe Senftenberg holte sich diesmal die Werkself der WSG BRABAG Schwarzheide (dem heutigen Synthesewerk) den Titel (der SV Sturm Grube Marga spielte mittlerweile in der höchsten Spielklasse, der Gauliga Berlin/Brandenburg). Es gab also wieder nichts zu holen für den FCA. Dafür konnte man sich diesmal im Pokal um den „Ehrenschild der Stadt Cottbus“ in Szene setzen. Nach dem Gruppensieg und einem erfolgreich absolvierten Viertelfinale kam es in Cottbus zum Duell gegen den altehrwürdigen Cottbuser SC Friesen. Am Ende sprach der Heimvorteil für die Cottbuser, die diese Begegnung mit 3:1 gewannen. Im Spiel um Platz 3 liefen die Akteure des FC Alemannia dann aber noch mal zur Höchstform auf und konnten in einem torreichen Spiel die SVgg Eintracht Welzow mit 6:5 bezwingen. Dies war nach heutigem Stand der Dinge das letzte offizielle Pflichtspiel des FC Alemannia, denn bei der Staffeleinteilung zur Saison 1942/43 taucht der FC Alemannia Großräschen nicht mehr auf. Die Aufforderung zum „totalen Krieg“ hatte nun auch die sportbegeisterten Fußballer erreicht und diese mussten nun ihre Sportkleidung gegen die Wehrmachtsuniform eintauschen.
Während man die Meisterschaft 1942/43 in der Westlausitz noch in zwei Gruppen abwickeln konnte (Gruppe 1: FV 1899 Brandenburg Cottbus, SVgg Eintracht Welzow, SC Wacker 09 Ströbitz, Cottbuser SC Friesen, Cottbuser FV 1898, SC Viktoria Cottbus 1897, SC Schmellwitz, KSG Heinrichsfeld/Spremberg; Gruppe 2: VfB Senftenberg 1910, TV Finsterwalde, SC Hertha 1915 Hörlitz, WSG BRABAG Schwarzheide, SpVgg Finsterwalde, Luftwaffen SV Finsterwalde), rollte das Leder in der Saison 1943/44 nur noch im Großraum Cottbus und im Gebiet um Senftenberg. Der letzte Westlausitzer Meister hieß SV Sturm Grube Marga, der sich in einer Mini-Endrunde gegen den FV 1899 Brandenburg Cottbus und dem TV 1862 Spremberg durchsetzte.
Die sechste Kriegsmeisterschaft sollte Ende November 1944 beginnen, wurde aber bereits zum Jahreswechsel 1944/45 abgebrochen. Im Februar 1945 erreichte die Sowjet-Armee die Grenzen der Lausitz, ehe am 8.5.1945 der Weltkrieg mit der totalen Niederlage Deutschlands endete.
Ingo
 
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