Re: 2011/02/19_SpVgg Blau-Weiß 90 Vetschau - SVG 3:3
von Ingo » So 20. Feb 2011, 11:16
Mit toller Moral das Remis noch gerettet
Der SV Großräschen hat sich in Vetschau mit einer guten Moral verdient ein Unentschieden gesichert. Die aktuelle Vetschauer Mannschaft ist mit der aus der Hinrunde nicht mehr vergleichbar, denn die Abstiegsangst führte beim Gastgeber zu massiven Aktivitäten während der Winterpause. So wurden gleich fünf neue Spieler verpflichtet, darunter auch drei polnische Halbprofis, die nur für die Punktspiele aus ihrer Heimat anreisen. Demzufolge war der SVG gewarnt und versuchte mit einer kompakten Spielweise den Offensivwirbel der drei Polen zu unterbinden. Trotzdem übernahmen die Gäste vom Anpfiff weg die Initiative und berannten das Vetschauer Gehäuse. Die erste Großchance gab es dann in der 8. Minute. Torsten John setzte sich im Strafraum durch, sein Schuß trudelte jedoch abgefälscht Richtung Außenlinie. Zwar erlief Thomas Kandler den Ball noch, der Winkel wurde aber zu spitz, so dass er nur den Pfosten traf. Drei Minuten später die überraschende Führung für Vetschau. Ein Freistoß gelangte in den Räschner Strafraum, wo sich Cecula den Ball schnappte, sich mit seinem wuchtigen Oberkörper durch vier Abwehrspieler tankte und zum 1:0 einschob. Der SVG zeigte sich jedoch keinesfalls geschockt und spielte weiter mutig nach vorn. In der 25. Minute kam Michael John nach einem Freistoß mutterseelenallein fünf Meter vor dem Tor zum Kopfball, setzte diesen aber knapp neben den Pfosten. Die nächsten Chancen gehörten dann dem Kapitän Marcus Winkler. Zunächst wurde er im Strafraum klar gefoult, doch der Pfiff des Unparteiischen blieb aus. Kurz darauf köpfte er einen Eckball nur denkbar knapp am linken Pfosten vorbei. Die beiden größten Möglichkeiten folgten jedoch im Anschluß. In der 38. Minute schlägt Marcus Winkler einen Flankenball punktgenau auf den Fuß von Michael John. Dieser schoss aus acht Metern jedoch nur den Vetschauer Torwart an. Kurz vor dem Pausenpfiff scheiterte zunächst Torsten John mit einem Schuss am Torwart, den Abpraller, den Sebastian Sebischka per Kopfball Richtung Tor beförderte, konnte nur mit letztem Einsatz von der Linie gekratzt werden. So ging es mit einem dem Spielverlauf nicht gerecht werdenden Ergebnis in die Kabinen.
Die zweite Halbzeit war gerade 20 Sekunden alt, als ein eigentlich harmloser Schuss von Michael John dem Vetschauer Keeper durch die Beine rutschte und zum 1:1 über die Linie rollte. Die Vetschauer schlugen aber kurz darauf eiskalt zurück. Der überragende polnische Individualist Cecula donnerte einen Freistoß zur erneuten Führung der Hausherren in die Maschen. Aber auch jetzt gaben die Räschener nicht auf und stürmten weiter nach vorn. In diese Druckphase hinein wäre beinahe die Vorentscheidung gefallen. Der Linienrichter übersah ein glasklares Abseits eines Vetschauers, der allein auf Marian Miottke im SVG-Tor zulief, an dessen starker Reaktion jedoch scheiterte. Im Gegenzug konnte der Vetschauer Torwart eine Schuss von Michael John nicht festhalten und Sebastian Sebischka staubte zum überfälligen 2:2 ab. Aber wiederum währte die Freude nicht lange. Zwei Minuten später kam der Neu-Vetschauer Halka nach einer Ecke unbedrängt zum Kopfball und verwandelte sicher. Wieder war das Ergebnis auf dem Kopf gestellt. Doch die Räschener gaben an diesem Tage nicht klein bei und es wurde weiter angegriffen. Als jedoch Torsten John mit zwei guten Chancen das Tor nicht traf, gerieten die Aktionen der Gäste zunehmend hektischer und am Ende wurde dann auch die Brechstange ausgepackt. Flanke auf Flanke segelte nun in den Vetschauer Strafraum. Eine dieser Eingaben konnte Marcus Winkler in der 90. Minute im Strafraum behaupten und wurde beim Versuch, den Ball auf einen Mitspieler abzulegen, von hinten umgetreten. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Gefoulte selbst zum hochverdienten Ausgleich. Wer nun dachte, dass war der Schlusspunkt dieser unterhaltsamen Partie, der sollte sich täuschen. In der Nachspielzeit nahm Marian Miottke einen Abpraller von Steve Schultchen im eigenen Strafraum in die Hände. Der Schiedsrichter wertete das als absichtliches Rückspiel und gab indirekten Freistoß für Vetschau. Diesen konnte dann Thomas Kandler, nach mehrmaligem Abfälschen, letztendlich auf der Linie klären und aus der Gefahrenzone schlagen. Somit blieb es beim 3:3 Unentschieden und der positiven Erkenntnis, dass die Räschener auch nach diversen Rückschlägen nicht aufgaben und mit toller Moral einen verkorksten Tag, an dem alles gegen die Mannschaft lief, noch halbwegs retteten.
Quelle: mein Gehirn (und so an die Lausitzer Rundschau gemailt)