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Teil 2: 1945 - 1989

BeitragVerfasst: So 6. Sep 2009, 19:58
von Ingo
1945 – 1989:

Deutschland lag in Trümmern. Logisch das der Fußball unmittelbar nach Ende des Krieges erst mal keine entscheidende Rolle spielte. Die Menschen hatten Notwendigeres zu tun. Erste sportpolitische Maßnahmen trafen die neuen alliierten Machthaber jedoch schon bald nach Kriegsende.

Direktive Nr. 2 des Alliierten Kontrollrates vom 10.10.1945:

1) Verboten ist jegliche Aktivität von Sportorganisationen, die der militärischen bzw. vormilitärischen Körperertüchtigung dienten. Klubs, Vereine, Anstalten die in Deutschland vor der Kapitulation bestanden, sind ab dem 1.1.1946 aufzulösen.
2) Verboten ist der deutschen Bevölkerung das Betreiben von Organisationen, die der militärischen Körperertüchtigung dienen.
3) Verboten ist die Unterrichtung in sportlicher Betätigung mit militärnaher Natur in Deutschen Lehranstalten usw.
4) Erlaubt ist die Errichtung nichtmilitärischer Sportorganisationen lokalen Charakters, die nicht über den Bereich der Kreisgrenzen hinausgehen.



Durch den Punkt 1 der Direktive Nr. 2 hörten der FC Alemannia und auch der SC Vorwärts sowie alle anderen Fußballvereine in Deutschland ab dem 10.10.1945 de facto auf zu existieren. So niederschmetternd und demotivierend diese Verbote auch waren, letztendlich sollte sich dies für den Großräschener Fußball als absoluter Glücksfall entpuppen. Anders als in vielen anderen kleinen und mittleren Städten, wo teilweise bis heute zwei oder mehr Vereine um die lokale Vorherrschaft streiten (als bestes Beispiel kann hier Finsterwalde angesehen werden), siegte in Großräschen die sportliche Vernunft und die vom Krieg verschonten Mitglieder des FC Alemannia und des SC Vorwärts gründeten gemeinsam zu Beginn des Jahres 1946 die SG Großräschen. Damit wurde ein erfolgreicher Neuanfang gestartet.
Trotz all der Widrigkeiten begannen im Sommer 1946 in der ganzen Niederlausitz wieder erste sportliche Aktivitäten auf lokaler Ebene. Wie auch in Großräschen bildeten sich überall kommunale Sportgruppen (SG). So startete die Niederlausitz bereits im Oktober/November 1946, analog der Meisterschaften vor dem Krieg in die Staffeln West- und Ostlausitz aufgeteilt, in die erste Nachkriegssaison. Die SG Großräschen, in die Staffel Westlausitz eingegliedert, landete am Ende hinter dem Meister SG Welzow, der SG Marga und der SG Senftenberg auf einem ordentlichen vierten Platz. Die Fokussierung auf einen Verein trug damit schon erste Früchte.
In der folgenden Saison sollte dann vermeintlich der große Wurf gelingen. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Dauerrivalen aus Brieske, der SG Marga, kam die SG Großräschen zum ersten Mal mit einem Pluspunkt mehr auf der Habenseite vor dem großen Favoriten ins Ziel (Großräschen: 33:7 Punkte; 67:29 Tore; Marga: 32:8 Punkte, 76:30 Tore). Wie damals leider allgemein üblich, legten auch die Briesker Verantwortlichen Protest gegen zwei Spielwertungen der SG Großräschen ein und erzwangen so eine Wiederholung dieser beiden Partien. Dabei leistete sich die SG Großräschen mit einem Unentschieden einen schwerwiegenden Punktverlust. Da nun die SG Großräschen und die SG Marga punktgleich waren, das Torverhältnis damals aber noch nicht zählte, musste ein Entscheidungsspiel um die Meisterschaft stattfinden. Die SG Marga gewann das Entscheidungsspiel, scheiterte dann aber in der Qualifikation zur Brandenburgischen Meisterschaft am Sieger der Bezirksklasse Ostlausitz, der SG Cottbus-Ost (der frühere FV 1899 Brandenburg Cottbus). Eingeweihte, neutrale Sachkenner der damaligen Fußballszenerie erklärten später jedoch, das die SG Großräschen durch die Machenschaften der SG Marga wissentlich „betrogen und um den verdienten Lohn einer Spielzeit gebracht wurde.“
In der Sommerpause 1948 wurde auf Beschluss des Landessportausschusses Brandenburg für die kommende Spielzeit 1948/49 eine obere, zentrale Spielklasse, die Landesklasse, bestehend aus zwei Staffeln, eingeführt, die in der Saison darauf dann eingleisig werden sollte. Als Tabellenzweiter qualifizierte sich die SG Großräschen souverän für die neue Landesklasse Brandenburg – Staffel Ost.
Nun hieß es für die SG Großräschen alle Kräfte zu bündeln, um sich für die eingleisige Landesklasse 1949/50 zu qualifizieren. Aus diesem Grunde kam es auch Anfang 1949 zur Vereinigung mit der SG Großräschen-Süd. Die besten Spieler beider Vereine sollten gemeinsam den Sprung in die eingleisige Landesklasse schaffen. Offenbar waren jedoch nicht alle Mitglieder der SG Großräschen-Süd mit diesem Schritt einverstanden und so existierte der Verein im Großräschener Ortsteil Bückgen bis zum Jahre 1990 eigenständig weiter, ohne jedoch jemals höherklassig in Erscheinung zu treten. Lediglich einige Jahre in der späteren Bezirksklasse Cottbus (vierthöchste Spielklasse in der DDR) zeugten von einem höheren Anspruchsdenken. Aber der wichtigste Schritt, die Bündelung der besten Spieler beider Gemeinschaften, wurde vollzogen. Ein erster positiver Erfolg dieser Maßnahme war der dritte Abschlussrang zum Ende der Saison 1948/49 und damit die souveräne Qualifikation für die eingleisige Landesklasse Brandenburg 1949/50. Die SG Großräschen gehörte damit zu den besten Mannschaften des Landes Brandenburg! Um die Vereinigung auch namentlich zu untermauern, benannte sich die SG Großräschen am 1.6.1949 in ZSG Großräschen (ZSG = Zentrale Sport-Gemeinschaft) um. Damit schien ein schlafender Riese geweckt worden zu sein, denn die Räschener Kicker steigerten sich während der Meisterschaft 1949/50 von Spiel zu Spiel und acht Siege in den letzten acht Partien bescherten den Großräschenern noch den Punktgleichstand mit der ZSG Textil Cottbus (früher: FV 1899 Brandenburg Cottbus). Da auch diesmal das Torverhältnis nicht zählte, musste ein Entscheidungsspiel auf einem neutralen Platz stattfinden. So trafen am 10.4.1950 im Cottbuser Friesenstadion die ZSG Textil Cottbus und die ZSG Großräschen erneut aufeinander. Vor rund 10000 Zuschauern, darunter 700 mit einem Sonderzug angereisten Räschener Schlachtenbummlern, erzielten Joachim Wienicke (08.min.) und Gerhard Werschke (72.min.) die Treffer zum stürmisch umjubelten Finalsieg.

Hier der Spielbericht:

Landesliga-Meistertitel an Großräschen

Fast 10000 sahen das Entscheidungsspiel / Textil Cottbus experimentierte und verlor 0:2

Cottbus stand wieder einmal im Blickpunkt der brandenburgischen Fußball-Freunde, denn die Grubenelf ZSG Großräschen äußerte in der Woche vor dem Entscheidungsspiel gegen Textil den Wunsch, das Endspiel auf dem dortigen Reichsbahnplatz auszutragen.
Nach dem 4:1-Sieg gegen TEWA Luckenwalde am Karfreitag ging man recht optimistisch in das Endspiel, und so lieferten auch die Gäste gegen die favorisierten Textilleute eine große kämpferische Leistung, waren sogar technisch klar überlegen. Textil, eine Woche in Cottbus zu einem Trainingslager zusammengezogen unter Leitung des Läufers Lüdecke, der in Leipzig auf der Sportschule beim II. Fußball-Lehrer-Kursus als einziger das Prädikat „Sehr gut“ erhielt, erlaubte sich den größten Schnitzer des brandenburgischen Nachkriegsfußballs. Fast 10000 waren mehr wie überrascht, als sich Textil mit folgender Elf stellte: Lehmann; Popp, Kraitzeck; Noack, Kohl, Adam; Schulz, Schöne, Lüdecke (!), Klose, Wohlfart. Räschen bot auf: Müller; Jankowiak, Riesner; Bergmann, Katsch, Wildner; Wienicke, Fehrenz, Piesche, Nowak, Werschke. Gerhard Schulz (Dresden) pfiff einmal mehr ausgezeichnet.
Die Textilbesetzung war also mehr als ein Experiment. Noack hatte wegen Verletzung längere Zeit pausieren müssen, Klose wurde in den letzten vier Spielen nicht eingesetzt und Lüdecke in der Mitte – das war das große Minus, kostete den Landesmeistertitel.
Von Beginn an zeigte die Schöne-Elf ein zerfahrenes System, hervorgerufen durch den zurückfallenden Mittelstürmer, der sich teils sogar in der Verteidigung betätigte. Nowak, in der 8. Minute wunderbar freigespielt von Wildner, schießt 6 m vor dem Textiltor ab, doch Lehmann wirft sich dem Leder entgegen. Wienicke taucht in der Strafraumhöhe auf, zieht an Popp vorbei und setzt das Leder scharf in die linke untere Ecke. 700 Räschener Fußballfreunde, die per Sonderzug gekommen waren, rasen. Textil erkennt nicht die verfehlte Aufstellung und zeigt weiterhin Schwächen. Aus einem Gewühl verschießt Schöne, kurz danach macht Torwart Müller eine Lüdecke-Hereingabe zunichte und Wohlfart schießt über das Gebälk. Nachdem beide Schlussmänner ihr Können mehrmals unter Beweis stellten, kommt Textil kurze Zeit groß auf, doch der Ausgleich bleibt aus.
Alles erwartet eine Wendung in der zweiten Hälfte, doch nein – weiterhin bleiben die Kumpels stets schneller am Leder. Schöne wird angeschlagen und geht auf LA, Schulz auf halbe Position und Wohlfart in die Mitte. Nach kurzer Textil-Druckperiode deprimieren die Spreestädter, nur Adam zeigt außergewöhnlichen Einsatz. Nun spielt die Räschener Läuferreihe groß auf und in der 72. Minute wird der Sieg sichergestellt. Werschke, nach innen gelaufen, schießt unhaltbar ein. 74. Minute: Klose wird gefoult, den Elfmeter schiebt Wohlfart kraftlos dem sich nach rechts werfenden Müller in die Arme. Auf den Schultern ihrer Anhänger wurde der Meister vom Platz getragen. Im Räschener Lager wird man eine große Portion an Technik hinzulernen müssen, um den kommenden Aufgaben gewachsen zu sein.
Nach dem Spiel forderten die enttäuschten 9000 Cottbuser den Mann zu nennen, der für Textils Aufstellung verantwortlich zeichnete. Nicht einmal die Spartenleitung wurde vor dem Spiel mit der verfehlten Aufstellung vertraut gemacht. Einer wollte experimentieren, das kostete die Meisterkrone!


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Brandenburgischer Landesmeister 1949/50 - ZSG Großräschen


Der bis heute größte sportliche Erfolg war perfekt. Aber die Saison ging ja noch weiter. Die Aufstiegsspiele zur DS-Liga (ab der nächsten Saison dann DDR-Oberliga) gegen die Landesmeister der Länder Sachsen, Sachsen/Anhalt, Thüringen und Mecklenburg standen an.
Los ging es bereits eine Woche später bei der BSG Eisenhüttenwerk Thale, dem Meister aus Sachsen/Anhalt. Leider kassierte man durch einen geschenkten Elfmeter in der 85.min. eine 0:1 Niederlage und fand sich somit am Tabellenende wieder. Das anschließend in der Woche durchgeführte Trainingslager in Babelsberg zeigte aber sofort Wirkung. Der Mecklenburgische Vertreter Vorwärts Wismar hatte in Großräschen keine Chance und verlor hoch mit 1:5. Jedoch folgte bei Sachsenverlag Dresden (heute Dresdener SC 1898) mit 1:4 eine fast ebenso deutliche Niederlage. Mit dem 2:3 zu Hause gegen KWU Weimar schienen die Aufstiegshoffnungen dann erloschen. Gegen Thale gab es zwar noch einmal ein Erfolgserlebnis (3:1),aber die 0:1 Niederlage in Wismar sowie das 1:1 Unentschieden auf heimischen Boden gegen Dresden besiegelte das Scheitern in der Qualifikation. Da nützte auch der einzige Auswärtssieg in Weimar (4:3) nichts mehr. Am Ende kam die ZSG Groß-Räschen auf Rang 4 der Abschlusstabelle ein. Damit wurde der Aufstieg in die höchste ostdeutsche Spielklasse knapp verpasst. Dennoch verkaufte man sich als Provinzverein mehr als ordentlich.
Ein weiterer Wettbewerb lief bei den ganzen Highlights fast unbemerkt im Hintergrund ab. Im FDGB-Pokal, welcher in den frühen 50er Jahren in der Sommerpause durchgeführt wurde, gelang am 5.8.1950 durch ein 4:3 bei Turbine BEWAG Berlin der Einzug in die 2. Hauptrunde, wo man dann allerdings am 12.8.1950 ziemlich kläglich mit 1:9 bei Märkische Volksstimme Babelsberg (heute SV Babelsberg 03) scheiterte. Dies war übrigens das einzige Mal das es einer Großräschener Mannschaft gelang, in die 2. Runde eines Pokalwettbewerbes im DDR-Maßstab einzuziehen.
Nach dieser Mammutsaison wurde die ZSG Groß-Räschen in die neu eingeführte DS-Liga (jetzt zweithöchste Spielklasse, später DDR-Liga) eingegliedert. Aufgrund der zunehmenden Unterstützung der Vereine durch sogenannte Trägerbetriebe kam es Anfang Oktober 1950 zur Gründung der BSG Chemie Großräschen.
In der zweithöchsten Spielklasse erlebte Chemie nun bis zur Saison 1954/55 einen eher ruhigen Ligaalltag. Weder gab es „Versuchungen“ nach oben, noch hatte man wirklich nie ernsthaft etwas mit dem Abstieg zu tun. Trotzdem gab es in dieser Zeit einen Rekord der besonderen Art. Am 14.10.1951 fand nämlich bei der Partie in Lauscha (1:6) das Spiel mit der bis Heute größten Zuschauerresonanz mit Großräschener Beteiligung statt. 15000 Leute wollten diese Begegnung damals miterleben. Zu Hause kam Großräschen jedoch nie über die 3000er Zuschauermarke hinaus.
Ein weiterer Höhepunkt ist noch aus dem Jahre 1952 zu berichten. Da absolvierte die BSG Chemie Großräschen ein Freundschaftsspiel gegen den ehemaligen Berlin/Brandenburgischen Verbandsligisten (1927-30 und 1931/32) und zum damaligen Zeitpunkt aktuellen Westberliner Vertragsligisten 1. FC Neukölln. In einem begeisternden Kampf behielt Chemie mit 2:1 die Oberhand.

Verfasst: So 6. Sep 2009, 19:58
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Re: Teil 2: 1945 - 1989

BeitragVerfasst: So 6. Sep 2009, 20:06
von Ingo
Nach der Saison 1954/55 sollte es einige gravierende Änderungen geben. Zum einen wurde eine neue eingleisige I. DDR-Liga geschaffen, zum anderen stellte man die Spielzeit nach „russischem Vorbild“ auf das laufende Kalenderjahr um. Für die I. DDR-Liga konnten sich die jeweils 2. bis 4. platzierten Mannschaften der 3 Liga-Staffeln sowie die beiden besten Fünften (über eine zusätzliche Aufstiegsrunde) qualifizieren.
Chemie spielte 1954/55 die bis dahin beste DDR-Ligasaison. Ständig um Platz 4 kämpfend, musste man erst im Schlussspurt abreißen lassen und landete am Ende auf dem 5. Rang. Dies bedeutete also wieder Qualifikationsspiele. Bevor es dort aber los ging, wurde die BSG Chemie Großräschen am 1.4.1955 in die BSG Aufbau Großräschen umbenannt.
Der Start in die Aufstiegsrunde begann denkbar schlecht. In Wolfen gab es eine bittere 2:5 Pleite. Auch das nächste Spiel zu Hause gegen Dynamo Eisleben wurde mit 0:1 verloren und keiner glaubte mehr an einen positiven Ausgang. Durch ein 2:0 gegen die bereits als Aufsteiger feststehenden Wolfener wahrte man aber die eigene Minichance. Nun musste jedoch ein Sieg in Eisleben her. Dieser gelang durch Werschke’s 25m Freistoß-Hammer in der 70.min. und einer grandiosen Abwehrleistung. Der Aufstieg in die I. DDR-Liga war vollbracht Aufbau Großräschen gehörte zu den 28 besten Mannschaften der DDR!
Was aber zu diesem Zeitpunkt wohl die wenigsten geahnt haben dürften, was sich jedoch schleichend anbahnte, war der langsame aber stetige Abstieg des Großräschener Fußballs.
Schon in der Übergangsrunde 1955 (dort gab es keine Absteiger) herrschte im Großräschener Fußballlager Klarheit darüber, das es sehr schwer werden würde, die I. Liga zu halten.
In der Saison 1956 wurde es dann zur Gewissheit. Vor allem die materiellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reichten nicht. Trotz einiger Achtungserfolge (z.B. 3:0 gegen Glauchau, 4:2 gegen Meerane, 1:0 bei Motor Mitte Magdeburg) setzte es meist klare Niederlagen (z.B. 0:6 bei Wissenschaft Halle, 0:5 in Dessau, 0:11in Jena!!!). Besonders das 0:11-Debakel ist ein bis Heute bestehender Negativrekord, welcher nur am 1.6.1991 in Vetschau noch einmal hingenommen werden musste. Somit stand am Ende der letzte Platz und damit folglich verbunden der Abstieg zu Buche.
Aufbau geriet nun völlig aus den Fugen. In einer Chaossaison 1957 (u.a. einem 1:8 zu Hause gegen Fortschritt Neustadt/Glewe) konnte erst im letzten Heimspiel gegen Vorwärts Cottbus (3:1) der letzte Tabellenplatz verlassen- und sich wenigstens noch in die Relegationsspiele gerettet werden. Hier musste man aber über 2 Niederlagen gegen Chemie Leuna (1:2 und 0:1) quittieren und den bitteren Gang in die Bezirksliga Cottbus antreten. Dazu gab es im DDR-Pokal in der 2. Zwischenrunde bei Dynamo Dresden mit 0:7 eine ordentliche Klatsche.
Auch in der Bezirksliga ging die rasante Talfahrt weiter, was sich mit einem letzten Rang und 5 Punkten Rückstand zu einem Nichtabstiegsplatz nach der Hinrunde wiederspiegelte. Als im 2. Rückrundenspiel bei Einheit Forst mit 1:3 verloren wurde, schien das, dass Ende des Großräschener Fußballs zu sein. Doch geschah ausgerechnet jetzt ein wahres „Fußballmärchen“. Der blutjungen, neuformierten Mannschaft gelang ein sensationeller Durchmarsch. Kein Spiel wurde mehr verloren und mit einem abschließenden 3:2 Sieg bei Motor Finsterwalde-Ost konnte am letzten Spieltag der nicht mehr für möglich gehaltene Klassenerhalt gesichert werden.
Ab jetzt ging es wieder bergauf. Schon in der Saison 1959 kämpfte Aufbau um den Bezirksmeistertitel mit. In einem spannenden Zweikampf unterlag man erst kurz vor Schluss dem Titelträger Aktivist Schwarze Pumpe (heute FC Lausitz Hoyerswerda). Dieser 2. Platz hatte jedoch den Hunger auf Mehr neu geweckt.
Mit dem Vizemeistertitel im Rücken startete Aufbau als Favorit in die neue Serie. Jedoch vergeigte man gleich die Auftaktbegegnung zu Hause gegen Chemie Döbern mit 1:2. Ein Warnschuss genau zum richtigen Zeitpunkt, denn im Verlauf der Spielzeit konnte sich Großräschen leicht vom Verfolgerfeld absetzen. Gegen Ende der Meisterschaft wurde aber fast alles wieder leichtfertig verspielt, da man völlig unnötig zwei Heimpleiten gegen Aktivist Schipkau/Klettwitz (2:3) und Aktivist Welzow (0:1) kassierte. Als auch noch Aktivist Lauchhammer, als Tabellenzweiter, Punkte am „grünen Tisch“ zugesprochen bekam, avancierte die letzte Begegnung bei Fortschritt Cottbus zum echten Endspiel. Am Ende feierten 400 mitgereiste Anhänger einen 2:0 Auswärtssieg und damit den erstmaligen Gewinn der Cottbuser Bezirksmeisterschaft.

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Cottbuser Bezirksmeister 1960 - BSG Aufbau Großräschen


Nach dreijähriger Abstinenz kehrte also der Liga-Fußball nach Großräschen zurück.
In der Sommerpause beschloss der Fußballverband der DDR die Rückkehr zum Herbst-Frühjahr-Rhythmus. Damit standen für alle Mannschaften der Republik in der Meisterschaft 1961/62 insgesamt 3 Halbserien auf dem Programm.
Aufbau startete gut in die Liga. 5 Heimpunkte in Folge sowie Auswärtssiege bei Rotation Babelsberg (1:0) und bei der SG Grünau (2:1) bedeuteten vorerst einen sicheren Mittelfeldplatz. Am Ende sollten genau diese zu Beginn erzielten Punkte das Fundament für den späteren Klassenerhalt bilden. Zwar rutschte man im Verlauf der Spielzeit in die untere Mittelfeldregion ab, richtig gefährlich wurde es aber für Aufbau nie. Mit dem Sieg zu Hause am 33. Spieltag gegen die TSG Velten (2:0) sicherte man sich endgültig die Ligazugehörigkeit für das kommende Jahr.
Zu Beginn der Saison 1962/63 stand der nächste Höhepunkt in der Vereinsgeschichte an. Mit der Einweihung des „Stadions der Freundschaft“ erfüllte sich ein langgehegter Wunsch vieler Fußballanhänger nach einem neueren, moderneren Fußballstadion.

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Stadionweihe am 19.8.1962


Passend dazu wurde die Reserve des SC Potsdam zum Punktspielstart mit 3:2 geschlagen. Dies war jedoch einer der wenigen erfreulichen Momente in dieser Spielzeit. Aufbau steckte mitten im Abstiegskampf. Zeitweise sah es doch arg böse aus. Erst am letzten Spieltag konnten durch einen 4:0 Auswärtssieg in Velten die Abstiegsränge verlassen werden. Am Ende sollte aber alles Makulatur bleiben, denn der DDR-Fußballverband nahm mal wieder Veränderungen in den Ligastrukturen vor, indem er die 5 Ligastaffeln zu 2 Staffeln zusammenfasste. Damit wurde Aufbau, wie viele andere Mannschaften auch, in die Bezirksliga zurückgestuft.
Auch in der Bezirksliga Cottbus gab es in der Zwischenzeit Veränderungen, welche sich in 2 Staffeln zu je 14 Mannschaften wiederspiegelten. Allerdings sollte nach Ende der Saison 1963/64 die Bezirksliga wieder eingleisig werden. Deshalb war das primäre Ziel in dieser Serie zumindest die Qualifikation dafür zu schaffen. Aber es kam besser. Von Beginn an lieferte sich Aufbau einen packenden Zweikampf mit Aktivist Brieske-Ost. Erst gegen Schluss setzte sich Brieske durch. Damit blieb Aufbau wieder nur der Vizerang.
In der nächsten Meisterschaft langte es in der nunmehr wieder eingleisigen Bezirksliga nur noch zu einem 5. Platz. Von da an ging es langsam aber stetig bergab. Verstecktes Profitum zog selbst bis in die Bezirksligen ein. Die Spieler mussten nur noch halbtags arbeiten und konnten ab Mittag trainieren. Das passte zwar nicht in die offiziellen DDR-Richtlinien, war aber mittlerweile Standard geworden. Vor allem Vereine hinter denen große Industriebetriebe standen, profitierten in dieser Zeit davon (z.B. Aktivist Schwarze Pumpe).
So konnte in der Saison 1965/66 lediglich der 5. Rang aus dem Vorjahr wiederholt werden. Dafür hielt sich Aufbau zum ersten mal im FDGB-Bezirkspokal schadlos. Durch einen 3:0 Heim- und einem 1:0 Auswärtssieg gegen Chemie Döbern gewann man die Finalspiele relativ souverän.

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FDGB-Bezirkspokalsieger 1965/66 - BSG Aufbau Großräschen


Aus diesem Grund gastierte gleich zum Auftakt der Spielzeit 1966/67 Motor Hennigsdorf zur fälligen I. Hauptrunde im FDGB-Pokal der DDR in Großräschen. Leider blieb die Sensation gegen den DDR-Ligisten mit einer knappen 1:2 Niederlage nach Verlängerung aus. Anschließend gab es in der laufenden Saison nur Mittelmaß, was zum Abschluss der Serie Rang 7 einbrachte.
Ab jetzt kehrte das Abstiegsgespenst nach Großräschen zurück. Schon die nächste Spielzeit wurde zum Horror für alle Räschener Fußballanhänger. Zwar erreichte Aufbau zum Schluss der Meisterschaft den eigentlich rettenden 12. Platz, war jedoch mit Dynamo Lübben punktgleich (Torverhältnis zählte zu diesem Zeitpunkt noch nicht). Während die 14.- bis 16.-Platzierten aus der Bezirksliga abstiegen und durch die 3 Bezirksklassenmeister ersetzt wurden, kehrte Aktivist Schwarze Pumpe aus der DDR-Liga zurück. Hinzu kam, das Aktivist Brieske-Ost als Bezirksmeister Aufstiegsspiele zur DDR-Liga absolvieren musste. So ergab sich die Konstellation, dass nur im Falle eines Briesker Aufstieges Großräschen und Lübben gemeinsam in der Bezirksliga verbleiben würden. Zu allem Unglück scheiterte Brieske-Ost in der Aufstiegsrunde und Relegationsspiele mussten nun um den letzten freien Platz in der Bezirksliga durchgeführt werden. In Lübben setzte es für Aufbau eine herbe 0:3 Schlappe und der Gang in die Bezirksklasse schien unausweichlich. Jedoch konnte Dank eines großartigen Kampfgeistes der Spieß mit einem ebenfalls deutlichen 3:0 in Großräschen umgedreht- und ein 3. Entscheidungsspiel erzwungen werden. In Hoyerswerda fertigte Aufbau dann den Gegner aus Lübben mit 2:0 ab und verblieb in der Bezirksliga.
Auch die Saison 1968/69 verbrachte Aufbau im Tabellenkeller. Erst mit einem 1:0 Zittersieg im letzten Spiel zu Hause gegen Chemie Schwarzheide gelang der Sprung auf den rettenden 12. Platz. Wer nun dachte das es keine Steigerung mehr zu den letzten beiden Spielzeiten geben würde, der sah sich getäuscht.
Nach einer verkorksten Serie 1969/70 bekam Aufbau diesmal am letzten Spieltag die Quittung (0:2 Niederlage bei der ebenfalls abstiegsbedrohten Reserve von Vorwärts Cottbus), indem man vom 11. Rang noch auf den 14. Tabellenplatz durchgereicht wurde. Nun konnte das eigene Schicksal nicht mehr selbst beeinflusst werden. Alle Augen richteten sich deshalb auf den Bezirksmeister Aktivist Schwarze Pumpe und deren Aufstiegsspiele zur DDR-Liga. Zum Glück gelang Schwarze Pumpe bereits im 3. Spiel mit einem 2:1 Sieg über Motor Eberswale der Aufstieg zur DDR-Liga. Demzufolge jubelte man am 28.6.1970 nicht nur in „Pumpe“, sondern auch in Großräschen über den „geschenkten“ Klassenerhalt.

Re: Teil 2: 1945 - 1989

BeitragVerfasst: So 6. Sep 2009, 20:15
von Ingo
Bereits zu Beginn des Jahres 1970 schob der Fußballverband der DDR dem versteckten Profitum einen Riegel vor und ahndete Verstöße rigoros. So wurde z.B. der DDR-Ligist Aktivist Schwarze Pumpe nach nur 4 Spieltagen in der DDR-Liga, wegen eines solchen Vergehens in die Bezirksliga Cottbus zurückgestuft. Bedingt durch diese Maßnahmen entwickelte sich von da an endlich wieder eine sportlich faire Meisterschaft ohne Vergünstigungen für einzelne Mannschaften. Auch Aufbau konnte davon profitieren. Schon früh in der Saison 1970/71 kristallisierte sich heraus, das man in dieser Spielzeit nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben würde. Allerdings reichte es gegen die „großen Mannschaften“ noch nicht ganz. So landete Aufbau am Ende auf einem sicheren 9. Platz.
Dieser Aufwärtstrend sollte nun in der folgenden Meisterschaft 1971/72 fortgesetzt werden. Mit dem 4. Rang zur Halbzeit und nur 4 Punkten Rückstand zum bis dahin überraschenden Tabellenführer Motor Finsterwalde-Süd hatten allerdings nur die kühnsten Optimisten gerechnet. 8 Siege, 2 Unentschieden und lediglich 1 Niederlage bis zum 26. Spieltag bedeuteten ein Klettern im Klassement auf Platz 2, allerdings mit 3 Punkten Rückstand zum jetzt aktuellen Tabellenführer Lok Cottbus. Dieser gastierte dann zur 27. Punktspielrunde am 7.5.1972 in Großräschen. 1800 begeisterte Zuschauer sahen einen klaren 4:2 Erfolg für Aufbau. Der Rückstand schrumpfte auf einen Zähler und die Wende im Titelkampf nahm Formen an. Zwei Partien später, am vorletzten Spieltag, war es dann endlich soweit. Durch einen 3:1 Sieg zu Hause gegen Motor Finsterwalde-Süd und einem gleichzeitigen Unentschieden von Lok Cottbus (2:2 zu Hause gegen Aufbau Hoyerswerda) gelang Aufbau der Sprung an die Tabellenspitze. Noch ein Sieg und die Meisterschaft wäre perfekt. Das aber die letzte Begegnung ausgerechnet beim sprichwörtlichen Angstgegner Aktivist Laubusch (es gab fast immer nur Niederlagen dort) stattfand, bereitete vielen Großräschener Fußballanhängern mächtig Sorgen. Am Ende reichte es aber vor 1000 Zuschauern (darunter 900 mitgereisten Räschener Anhängern) zu einem knappen aber verdienten 2:1 Erfolg. Aufbau hatte den Sprung in die DDR-Liga erneut geschafft!

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Cottbuser Bezirksmeister 1971/72 - BSG Aufbau Großräschen


Dort mussten die Großräschener Verantwortlichen allerdings sehr schnell feststellen, das die materiellen Bedingungen nicht reichten. Trotz eines Achtungserfolges zum Auftakt gegen die Reserve des BFC Dynamo (0:0) folgte die Ernüchterung bald auf dem Fuß. Lediglich am 7. (1:0 gegen Motor Eberswalde) und am 19. Spieltag (1:0 gegen Vorwärts Cottbus) gelangen zu Hause Siege. So beendete Aufbau das „Abenteuer“ DDR-Liga abgeschlagen als Tabellenletzter.
Die folgende Bezirksligasaison wurde dann mit einem 6. Platz ohne Ambitionen nach oben abgeschlossen.
In der Serie 1974/75 keimte kurz Hoffnung auf einen erneuten Bezirksmeistertitel auf, die jedoch von der starken Reserve von Energie Cottbus alsbald zunichte gemacht wurde. Am Ende kam Aufbau mit 6 Punkten Rückstand auf dem 3. Platz ein.
Anschließend schienen sich die Geschehnisse aus den 60er Jahren zu wiederholen. Denn urplötzlich fand man sich im ungeliebten Abstiegskampf wieder. Mit Routine und Geschick konnte jedoch der Klassenerhalt mit 2 Punkten Vorsprung vor dem letzten Abstiegsplatz (Dynamo Cottbus) gesichert werden.
Auch die Saison 1976/77 begann eher verhalten. Ständig in den unteren Tabellenregionen agierend, bedeuteten 15:1 Punkte zu Beginn der Rückrunde (17. bis 24. Spieltag) den Sprung in die Spitzengruppe der Bezirksliga. Am Ende wurde ein guter 5. Platz erreicht. Diese tolle Form während der zweiten Halbserie brachte Aufbau schließlich auch ins Bezirkspokalfinale. Hier reichte ein 1:1 Unentschieden bei Lok Cottbus, um im finalen Rückspiel in Großräschen mit 2:1 die Oberhand zu behalten. Damit gewann Aufbau zum zweiten mal nach 1965/66 den FDGB-Bezirkspokal.

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FDGB-Bezirkspokalsieger 1976/77 - BSG Aufbau Großräschen


Lohn dieses Pokalsieges war der Auftritt in der I. Hauptrunde des FDGB-Pokals der DDR in der folgenden Saison 1977/78. Obwohl zur Halbzeit noch 2:1 führend (Tore Schachtschneider und L. Simon), schied man mit einer knappen 2:3 Heimniederlage gegen Motor Werdau aus. Trotzdem hielt der positive Trend an. So landete Aufbau zum Abschluss der Serie auf einem hervorragenden 3. Platz.
Dieser konnte mit einem 5. Rang in der Spielzeit 1978/79 annähernd bestätigt werden, ehe es zum Ausklang der 70er Jahre nach einer eher durchschnittlichen Saison nur noch für den 9. Tabellenplatz reichte.
Der Auftakt zur Saison 1980/81 begann vielversprechend. 5:1 Punkte zum Start ließen auf mehr hoffen. Jedoch relativierte sich alles im Verlauf der Spielzeit, so das am Ende ein 9. Abschlussrang heraussprang.
Am 18.3.1981 erfolgte dann die Umbenennung von Aufbau Großräschen in ISG (Industrie-Sport-Gemeinschaft) Großräschen. Alle wirtschaftlichen Kräfte der Stadt sollten gebündelt in den Sport fließen, um den neuen wirtschaftlichen Bedingungen gerecht zu werden, so die Begründung für die neue Namensgebung.

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Die Original-Gründungsurkunde der ISG Großräschen vom 18.3.1981


Auch die Serie 1981/82 verlief relativ harmonisch und wurde mit einem souveränen 6. Platz abgeschlossen.
In der folgenden Saison 1982/83 gelang zwar nur noch der 11. Rang, große Gefahr wegen eines evtl. Abstieges gab es bei 8 Punkten Vorsprung vor dem letzten Abstiegsplatz (Aktivist Brieske/Senftenberg II) aber nicht. Das einzig Negative an dieser Serie war eine Nulldiät zwischen dem 9. und 16. Spieltag, als man insgesamt 773 Minuten ohne eigenen Torerfolg blieb.
Während der Spielzeit 1983/84 klopfte dann erstmals seit mehreren Jahren wieder das Abstiegsgespenst an die Räschener Tür. Erst mit zwei Heimsiegen zum Ende der Rückrunde gegen Aktivist Schwarze Pumpe II (1:0) und Traktor Schönwalde (2:1) konnte die Bezirksliga gehalten werden.
Dieses Malheur sollte sich nun in der nächsten Saison nicht noch einmal wiederholen. Nach einer für Großräschener Verhältnisse sehr guten Punktspielrunde gelang am Ende der Sprung auf Rang 5. Ein Ergebnis welches leider für längere Zeit nicht mehr erreicht werden sollte.
Schon in der nächsten Serie beherrschte Abstiegskampf pur die Szenerie. Erst das letzte Punktspiel brachte mit einem 1:0 Heimsieg über Aktivist Lauchhammer das Vorschieben auf den drittletzten Tabellenplatz. Dieser hätte allerdings zum Klassenerhalt nicht gereicht. Jedoch stieg die Reserve von Aktivist Brieske/Senftenberg ab, da deren I. Mannschaft selbst in die Bezirksliga runter musste. Somit hatte die ISG noch einmal den Kopf aus der Schlinge gezogen.
Die Spielzeit 1986/87 verlief fast analog der vorherigen. Wiederum gelang erst im letzten Punktspiel mit einem 2:1 Sieg, diesmal allerdings bei Aktivist Lauchhammer, die Rettung in letzter Sekunde. Der Mythos von den „unabsteigbaren Räschenern“ war geboren.
Auch die Saison 1987/88 bestätigte diese These. Zwar kam die ISG auf Tabellenplatz 9 (von 18 Mannschaften) ein, der Vorsprung vor einem Abstiegsrang betrug aber gerade einmal 3 Punkte. Den endgültigen Klassenerhalt schaffte man wiederum erst am letzten Spieltag. Hier wurde Empor Mühlberg mit 3:1 bezwungen.
Das vierte Jahr Abstiegskampf begann wenig verheißungsvoll. Sich bereits vom Start weg im Tabellenkeller befindend, mussten diesmal erst 11:3 zum Schluss der Serie erzielte Punkte herhalten, um auch in der nächsten Saison in der Bezirksliga verbleiben zu können.
Die Spielzeit 1989/90 stand dann ganz im Schatten der politischen Veränderungen in der (noch) DDR. So wurde alsbald klar, das es in der diesjährigen Bezirksliga, aufgrund von Staffelneueinteilungen, keine Absteiger geben würde. Die Mannschaften bis zum 6. Platz qualifizierten sich für die neu eingeführte Landesliga Brandenburg, während der Rest in der Bezirksliga verblieb. Die ISG kam am Ende auf Rang 13 ein und spielte damit auch in der kommenden Saison in der Bezirksliga Cottbus.